Notfallseelsorge Mayen-Koblenz

Unser Angebot

Am 27. August 2013 wurde in einer Versammlung mit 13 Gründungsmitgliedern der Förderverein der Notfallseelsorge Mayen-Koblenz e.V. gegründet. Die Gemeinnützigkeit und unsere Satzung wurde durch das Finanzamt anerkannt und die Aufnahme in das Vereinsregister über das Amtsgericht Koblenz vorgenommen.

Sie können uns mit einem Mitgliedsbeitrag ab € 12,00/jährlich als Fördermitglied unterstützen. Senden Sie uns hierzu einfach die ausgefüllte Beitrittserklärung "Mitgliedschaft im Förderverein" zu.

Geschäftsführender Vorstand

Feuerwehrleute versuchen den Verletzten aus seinem Wrack zu befreien. Man erkennt nur noch, dass es mal ein Kleinwagen war. Bevor der Fahrer frontal mit dem Gegenverkehr zusammen stieß. Die Männer und Frauen vom Rettungsdienst versorgen das andere Opfer. Die Polizei sichert die Unfallstelle. Der Notarzt kämpft um das Leben eines Menschen. Ein Toter wird weggebracht.

Es sind Szenen wie aus einem Horrorfilm. Daneben Menschen selbst kaum verletzt den Schrecken im Gesicht, am ganzen Körper zitternd, bangen um den Ehemann, beweinen der Toten, laufen orientierungslos umher, starren ins Leere, können den Blick nicht von der Szene wenden, schreien, Kinder wimmern. Mit einem Mal scheint alles zerstört, scheint der Boden unter den Füßen weggerissen. Sekundenbruchteile entscheiden über Schicksale. Plötzlich und für immer.

Die individuelle Katastrophe hat viele Gesichter: Da sind Angst und Einsamkeit des schwer verletzten Autofahrers auf der Trage, da sind Verzweiflung und Hilflosigkeit der Familie, die hilflos mit ansehen muss, wie ihr Hab und Gut mit all den persönlichen Dingen in einer einsamen Nacht ein Raub der Flammen wird. Und da ist die Ehefrau, die eben noch mit ihrem Mann das Wochenende plante und nun nach dessen plötzlichem Herzinfarkt traurig und fassungslos Abschied nehmen soll, während das Rettungspersonal EKG und Beatmungsbeutel wieder einpacken muss.

Alltägliche Ereignisse und doch eine individuelle Katastrophe, die von den Betroffenen nie mehr vergessen werden und einen tiefen Einschnitt in die Seele darstellen. Überall und zu jeder Zeit kann jeder von uns in eine solche Situation geraten.

Wer es selbst erlebt hat weiß, wie sehr man sich in diesem Moment nach menschlicher Begleitung und einem Wort des Zuspruches sehnen kann.

Die Notfallseelsorge möchte Opfern und ihren Angehörigen Beistand in Extremsituationen bieten. Sie möchte dort sein, wo alle anderen Helfer andere wichtige Aufgaben haben, sie möchte Zeit haben, wo andere schon wieder zum nächsten Einsatz müssen, möchte sie unterstützen, Mut machen, trösten.

Wir stellen unsere Zeit ehrenamtlich im Kreis Mayen-Koblenz neben unseren eigentlichen Berufen zur Verfügung um die wöchentlichen Rufbereitschaften 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr aufrecht zu erhalten. Die Notfallseelsorge Mayen-Koblenz wird im Einsatzfall durch die Rettungsdienste, Feuerwehr oder Polizei über die Leitstelle in Koblenz alarmiert.

In Notfällen sind Einsatzkräfte i.d.R. auf belastende Einsätze geistig und körperlich gut vorbereitet. Die vorwiegende Mehrzahl von Ihnen kann psychische Streßsituationen im Dienst ohne bleibende Schäden verarbeiten. Es gibt aber auch Einsätze, die unter die Haut gehen und nicht ohne weiteres mit der Uniform abgelegt werden können. Im gegenteil, sie bleiben fest im Gedächnis haften und können sich dadurch auch auf den beruflichen und privaten Lebensbereich auswirken.

Die Einstellung zu den gestellten Aufgaben wird aus einer anderen Perspektive gesehen und nach und nach kann es soweit kommen, dass sich der ganze Mensch verändert und sich aus seinem bisherigen normalen Alltag zurückzieht.

Vorsorglich gibt es im Landkreis Mayen-Koblenz die Einrichtung der Notfallseelsorge mit ihrer Fachgruppe "Einsatznachsorge , die sich aus erfahrenen, ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kirchen, verschiedener Rettungsinstitutionen und Sozialpsychologischer Berufe zusammensetzt.

Ihre Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, betroffenen Einsatzkräften und ihren Mitmenschen zu helfen. In Nachgesprächen informieren sie über typisch auftretende Streßreaktionen und zeigen Wege für einen hilfreichen Umgang. Sie öffnen zusammen mit den Einsatzkräften ein Fenster und zeigen Richtungen und Möglichkeiten, mit dem erlebten zurechtzukommen, und die gehäuften Eindrücke zu verarbeiten. So entsteht die Chance, Motivation und gesundheit der Einsatzkräfte zu erhalten und späteren Belastungsstörungen vorzubeugen.

Die Zeit des Einsatzes ist eine Zeit des Funktionierens. Die Stunden und Tage danach werden oft zur Zeit des Nachdenkens, in der man selber zum Betroffenen wird. Plötzlich tauchen Bilder, Geräusche und Gerüche auf, die erschrecken lassen. Jetzt ist es spätestens angebracht, auf die Hilfe der Notfallseelsorge Mayen-Koblenz und seiner Fachgruppe "Einsatznachsorge" zurückzugreifen, auf die speziell ausgebildeten Männer und Frauen, die sich im Notfall um die strapazierte Seele aller Beteiligten sorgen.

Besondere Belastungen können z.B. sein:

  • Todesangst

  • Tod von Kindern

  • Großschadenslage

  • starkes Medieninteresse

  • persönlich bekanntes Opfer

  • Vergebliche Rettungsversuche

  • Schusswaffengebrauch (Eigengefährdung)

  • Schreckliche Anblicke oder große Anzahl von Verletzten und Toten

  • Tod, Suizid oder schwere Verletzungen eines Kollegen oder einer Kollegin

Wir Bieten:

  • vertrauliche Gespräche

  • zeit- und ortsnahe Hilfe

  • Beratung von Führungskräften

  • Vermittlung weiterer Hilfsangebote

  • kollegiale und fachliche Unterstützung

  • strukturierte Einsatznachbesprechungen

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